Design am Berg

Baumschlager Hutter
15. Januar 2021
Foto: Albrecht Imanuel Schnabel
Worin liegt das Besondere an dieser Bauaufgabe?


Das Besondere ist der Ort und die Frage, wie in den Bergen gebaut werden soll.

Welche Inspirationen liegen diesem Projekt zugrunde?


Es galt, die richtige Gewichtung zwischen Haus und Maschine zu finden. Außerdem haben wir versucht, ein vertieftes Verständnis für die Umgebung zu entwickeln. Ein gelungenes Zusammenspiel zwischen unserer Anlage und der alpinen Naturlandschaft war uns sehr wichtig.

Foto: Albrecht Imanuel Schnabel
Wie hat der Ort auf den Entwurf eingewirkt?


Der Kaunertaler Gletscher und die Bergwelt rundherum sind eine mächtige und einzigartige Kulisse. Wir wollen, dass diese trotz der touristischen Nutzung und unseres Eingriffs so unversehrt wie möglich bleibt. Unser Projekt soll als minimal gelesen werden, im Sinne von »less is more«.

Inwiefern haben Bauherrschaft, Auftraggeber oder die späteren Nutzer*innen den Entwurf beeinflusst?


Die Offenheit des Bauherrn hat uns herausgefordert. Die Nutzer*innen sollen das Entstandene lesen können. Unsere Architektur soll für alle unmittelbar schlüssig sein.

Foto: Albrecht Imanuel Schnabel
Gab es bedeutende Projektänderungen vom ersten Entwurf bis zum vollendeten Bauwerk?


Es gab keine nennenswerte Veränderungen ab dem Entwurf. Wir schreiben das dessen klarer Logik und großer Stringenz zu.

Wie gliedert sich das Gebäude in die Reihe der bestehenden Bauten des Büros ein?


Wir sind überzeugt, einen Beitrag zum komplexen Thema »Tourismus in den Alpen« geleistet zu haben. Wenn der wertvolle Naturraum von vielen Menschen genutzt wird, sollten die notwendigen Eingriffe möglichst verträglich sein. Architektur kann einen Beitrag leisten, den schwierigen Spagat zwischen touristischer Nutzung und Landschaftsschutz zu schaffen. Doch leider werden touristische Infrastrukturen in den Alpen heute zu selten als wichtige Architekturaufgabe aufgefasst.

Foto: Albrecht Imanuel Schnabel
Beeinflussten aktuelle energetische, konstruktive oder gestalterische Tendenzen das Projekt?


Wir haben unser Konzept aus dem Ort und der Aufgabenstellung entwickelt. Es wäre schön, würde das zu einer Tendenz in der Architektur.

Welches Produkt oder Material hat zum Erfolg des vollendeten Bauwerks beigetragen?


Die vorgegebene Technik und die gewählte Materialität bilden eine Einheit. Diese Logik führte bei diesem Projekt zum Erfolg – hier gilt: »Form follows function.«

Schwarzplan Bergstation
Schwarzplan Talstation
Grundriss Bergstation
Grundriss Talstation
Längs- und Querschnitt Bergstation
Bauwerk
Falginjochbahn
 
Standort
Kaunertaler Gletscher
 
Nutzung
Seilbahn
 
Auftragsart
Direktauftrag
 
Bauherrschaft
Kaunertaler Gletscherbahnen GmbH
 
Architektur
Baumschlager Hutter Partners, Dornbirn
Carlo Baumschlager, Tankred Bergmeister
 
Fachplaner 
Statik: Aste Weissteiner ZT GmbH, Innsbruck
Haustechnik: Airtech Lüftungs- und Klimaanlagen GmbH
Elektroplanung: Tb Schwienbacher, Landeck, und Frey Austria GmbH, Innsbruck
 
Bauleitung
Baubüro Christoph Neier, Rum
 
Jahr der Fertigstellung
2019
 
Gesamtkosten
4,8 Mio. EUR
 
Gebäudevolumen
Talstation 7'900 m³, Bergstation 2'172 m³
 
Auszeichnung
Anerkennung Neues Bauen Tirol 2020
 
Fotos
Albrecht Imanuel Schnabel, Rankweil

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